Joachim Gauck – ein guter Bundespräsident

Veröffentlicht am 29.06.2010 in Deutschland

EIN BEITRAG VON LUCAS KOPPEHL

Der richtige Kandidat zur richtigen Zeit.

Ein geglückter Schachzug sei die Idee von SPD und Grünen gewesen, den DDR-Bürgerrechtler und langjährigen Bundesbeauftragten der Stasi-Unterlagenbehörde Joachim Gauck für das Amt des Bundespräsidenten zu nominieren. Doch in der Tat ist Joachim Gauck weit mehr als die Figur eines politischen Schachspiels.

Lebende Glaubwürdigkeit

Als (später) protestantischer Pastor, der zwei Diktaturen am eigenen Leibe besonders intensiv erlebte, ist er wohl einer der glaubwürdigsten Menschen, der ein Volk wieder mit seinen politischen Führen versöhnen kann, die sich in einer immer elementareren Glaubwürdigkeitskrise befinden. Dieses von Resignation und Misstrauen geprägte Verhältnis kann Gauck zu bessern helfen. Nicht nur durch sein bewegtes Leben, auch seine einfache, volksnahe und verständliche Sprache kann zwischen Politik und Bürger vermitteln. Denn auch Gauck ist sich jener Probleme bewusst, die aus einem durch Parteien geprägten Staat entstehen. Jedoch schüttet er nicht wie viele unzufriedene Mitbürger „das Kind gleich mit dem Bade aus“, indem das System als ganzes für bestehende Missstände verantwortlich gemacht wird. Was eine freiheitliche Demokratie bedeutet, ihre Errungenschaften zu bewahren und neu zu erklären, kann zu Gaucks großer Aufgabe werden.

Freiheit als Leitstern

Seine Lebensmotivation bezieht er, wie er immer wieder betont, aus der Kraft der Freiheit. „Eine solidarische Gesellschaft kann nicht auf dem Verständnis von wertfreier Freiheit fußen, da Freiheit nicht heißt: Ich darf alles und nach mir kommen die anderen. Für mich bedeutet Freiheit die Freiheit der Erwachsenen. Und dafür habe ich ein Wort: Und das heißt Verantwortung.“ Für Joachim Gauck ist Freiheit nicht von etwas, sondern für etwas. „Wer diese so begreift, wird automatisch zu dem Maß von Solidarität gelangen, die anderen hilft zu leben und die eigenen Startchancen zu nutzen. Man muss Freiheit auch leben können, was die Ermächtigung des Einzelnen ein Bürger zu sein bedeutet, und nicht sich vom Fürsorgestaat „bemuttern“ zu lassen.“ Dieses Bewusstsein über die eigentliche Schwierigkeit, verantwortliche Freiheit im Alltag nicht als Belastung zu empfinden sondern als Chance, ergründet sich wohl als eine der prägendsten Erfahrungen aus der DDR-Zeit.

Überparteilicher Kandidat

Betrachtet man die Realität, macht sich jedoch Ernüchterung breit. Die CDU-FDP-Regierung setzt Gauck einen Mann entgegen, der sich um Deutschland verdient gemacht hat, aber v.a. eine Parteikarriere mitbringt, die die Erfahrungen eines Joachim Gauck gar nicht beinhalten kann. Christian Wulff ist ein Machtsicherungskandidat, Joachim Gauck verkörpert Akzeptanz über Parteigrenzen hinweg. Warten wir den 30. Juni ab.

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Erschienen in:

- KiezNachrichten der SPD Karow-Buch (Juli 2010)

 

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